Kerker (AfD): Arbeitsbedingungen für Lehrer verbessern statt Geld in nutzlosen Imagekampagnen versenken!

12.04.2017

 

Der Bildungspolitische Sprecher der Fraktion der Alternative für Deutschland im Abgeordnetenhaus, Franz Kerker, kritisiert die Anzeigenkampagne des Senats zur Anwerbung neuer Lehrer:

 

„Berlin leidet nicht deshalb unter Lehrermangel, weil potentielle Kandidaten nichts von der Existenz der Stadt wissen, sondern weil es für Lehrer schlicht unattraktiv ist, in Berlin zu arbeiten. Die erst vor zwei Wochen von der GEW veröffentlichten Zahlen, denen zufolge 47 Prozent der Lehramtsabsolventen die ihnen von Berlin angebotenen Stellen nicht angenommen haben, spricht eine deutliche Sprache. Die 100.000-Euro-Kampagne des Senats ist daher nichts als teure, aber nutzlose Symbolpolitik.

 

Berlin bezahlt seine Lehrer im Vergleich schlecht (bei Referendaren bietet zum Beispiel das benachbarte Brandenburg mit rund 1.360,- Euro statt der in Berlin gezahlten 1.200,- Euro deutlich mehr). Außerdem haben neue Lehrer in Berlin, im Gegensatz zu anderen Bundesländern, nach wie vor keine Aussicht auf Verbeamtung, und überdies müssen Universitätsabsolventen, die die Studienratslaufbahn einschlagen wollen, damit rechnen, an Grundschulen eingesetzt zu werden.

 

Hinzu kommen die schlechte Wohnungssituation in Berlin und die zahlreichen Schulen mit höchst problematischer Schülerstruktur. Welcher Lehrer will schon eine Stelle an einer gemütlichen Kleinstadtschule aufgeben, welche Absolventin die Aussicht auf eine Verbeamtung fahren lassen, um in Berlin bei durchschnittlich 400 bis 500 Euro niedrigerem Bruttogehalt und höheren Lebenshaltungskosten an einer Brennpunktschule als ‚Schweinefleischfresser‘ oder ‚Christenschlampe‘ beschimpft zu werden?

 

Was Berlin braucht, ist keine teure, aber absehbar wirkungslose Imagekampagne, sondern eine konkrete Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrer. Dazu gehören bessere Bezahlung und attraktivere Begleitangebote für Familien, weiterhin Schulen, die technisch und baulich auf dem neuesten Stand sind und nicht zuletzt einschneidende Maßnahmen gegen die Ghettoisierung von Schulen in Problemkiezen.

 

Rund 16.000 neue Lehrer werden in Berlin in den nächsten sieben Jahren benötigt. Dieser Bedarf wird aus dem normalen Absolventenpool nur schwer zu decken sein. Deshalb müssen auch die Möglichkeiten für Umsteiger verbessert werden. Insbesondere wäre ein Angebot für eine berufsbegleitende Umschulung in den Lehrerberuf ein wichtiger Schritt, um qualifizierte Quereinsteiger zu gewinnen.“

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