„March for Science" ist Marsch für eine politisierte Wissenschaft

24.04.2017

Der Wissenschaftspolitische Sprecher der Fraktion der Alternative für Deutschland im Abgeordnetenhaus, Martin Trefzer, erklärt zum heutigen „March for Science“:

 

„Wissenschaft und Forschung müssen sich stets kritischen Fragen nach ihren ethischen Maßstäben und ihrer gesellschaftlichen Relevanz stellen. Der ‚March for Science‘ steht jedoch keineswegs für ein offenes und selbstkritisches Wissenschaftsverständnis, sondern für den Versuch, Wissenschaft und Forschung zu politisieren und berechtigte Kritik an umstrittenen Forschungsansätzen zu diskreditieren.

 

Strittige Forschungsfelder dürfen der kritischen gesellschaftlichen Diskussion nicht durch den Gegenvorwurf der Unwissenschaftlichkeit entzogen werden. Dies gilt auch und gerade für die Gentechnik- und Embryonenforschung, aber auch für die Geschlechter, Migrations- und Minderheitenforschung, insbesondere die sogenannte ‚Genderforschung‘.

 

Wissenschaftliche Forschung führt nur dann zu belastbaren Ergebnissen, wenn sie auch politisch unbequeme Fragen zuläßt. Ihre Prämissen und Ergebnisse unterliegen stets der Vorläufigkeit und müssen für eine kritische Evaluation und Falsifikation offen bleiben.

 

Statt Selbstkritik an Missständen im Wissenschaftsbetrieb zu üben, öffnet der ‚March for Science‘ einer überwunden geglaubten Ideologisierung von Wissenschaft und Forschung Tür und Tor. Strittige Themen wie Drittmittelforschung oder der mögliche Mißbrauch von Wissenschaft für politische und wirtschaftliche Interessen werden weitgehend ausgeklammert, wissenschaftliche Erkenntnisse, die nicht dem gewünschten Weltbild entsprechen, sollen diskreditiert und unbequeme Wissenschaftler mundtot gemacht werden. Die durch die Marschteilnehmer postulierte ‚Wissenschaft gegen Populismus‘ erweist sich damit als besonders ausgeklügelte Spielart des Populismus.

 

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer sich verengenden Diskussionsfreiheit in den Geisteswissenschaften zeigt sich der ‚March for Science‘ als Ablenkungsmanöver, um die bereits stattfindende Ausgrenzung unbequemer Wissenschaftler wie Jörg Baberowski und Herfried Münkler zu bemänteln.

 

Gerade auch in der Sozial- und Politikwissenschaft gibt es keine unumstößlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die einfach nur zu exekutieren wären. Wissenschaftsskepsis ist allemal einer kritiklosen Wissenschaftsgläubigkeit vorzuziehen. Die Frage, in welcher Welt wir leben wollen, wird sich auch in Zukunft nicht wissenschaftlich beantworten lassen.“

 

 

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