Hochbahn-Fahrradstraße überteurtes Luxusprojekt

03.06.2017

Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion der Alternative für Deutschland im Abgeordnetenhaus, Frank Scholtysek, hat die Einrichtung neuer Radwege grundsätzlich begrüßt. Gleichzeitig hat Scholtysek die Pläne zum Bau von Fahrradstraßen unter der Berliner Hochbahn als Luxusprojekt bezeichnet, dass viele Parkplätze und den Steuerzahler Millionen kosten würde:

 

„Wir müssen den Fokus auf die Straßen richten, wo es bislang keine oder nur unzureichend gesicherte Radwege gibt. Wichtig ist aber auch, dass durch neue Radwege anderen Verkehrsteilnehmer nicht übermäßig benachteiligt und keine neuen Unfallschwerpunkte geschaffen werden.  Auch darf es nicht zu einem Wegfall von Parkplätzen kommen, erst recht nicht, wenn keine ausreichenden Alternativparkflächen vorhanden sind.

 

Im Fall eines Bau der Hochbahn-Fahrradstraße würden aber speziell am Nollendorfplatz erhebliche Parkflächen wegfallen. Gleiches gilt in der Gitschiner Straße, wo zur Zeit gerade neue Parkplätze entstehen sowie für die Fläche zwischen Wassertorplatz und dem Deutschen Patentamt, die derzeit durchgängig „wild“ beparkt wird. In allen Bereichen gibt es kaum alternative Parkflächen. Die wenigen örtlichen Parkhäuser weisen nur geringe freie Kapazitäten auf und sind zudem kostenpflichtig.

 

Bei den geplanten Hochbahn-Fahrradstraßen handelt es sich offensichtlich um ein reines Luxusprojekt eines Architekturbüros für grüne Klientelgruppen. Es ist zu vermuten, dass die planenden Architekten selbst ein gehöriges Eigeninteresse an der Umsetzung haben dürften. Verdienen sie doch nach Honorarordnung für Architekten und Ingenieure je nach Variante selbst zwischen 750.000 und 1.400.000 Euro an der Planung und Umsetzung dieses Projektes.

 

Hinzu kommt, dass viele Details absolut undurchdacht sind: Soll die Querung des Landwehrkanals über eine der bereits bestehenden Brücken (Schöneberger Brücke oder Anhalter Fußgängerbrücke) erfolgen? Bliebe dort ausreichend Platz für die anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere die Fußgänger, oder wird eine zusätzlicher teurer Brückenbau nur für die Fahrradstraße nötig? Ungelöst ist auch die Frage nach der Querung der Bereiche von Kottbusser Tor, Skalitzer Str./Oranienstraße und Schlesisches Tor. Hier gibt es bereits starken Autoverkehr und ein hohes Fußgängeraufkommen. Durch eine zusätzliche Fahrradstraße würden mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Unfallschwerpunkte entstehen.

 

Am Ende bringt eine Hochbahn-Radstraße also nur einer kleinen Gruppe Vorteile, kostet dafür aber viele Parkplätze und verbrenntzwischen 12 und 26 Millionen Euro Steuergelder. Vor dem Hintergrund, dass der Bau von einem Meter Radweg sonst je nach Breite zwischen 120,- und 200,- Euro kostet, könnten mit der prognostizierten Investitionssumme mindestens 60 bis 130 km normale Radwege gebaut werden. Die AfD spricht sich daher klar gegen das  Luxusprojekt Hochbahn-Fahrradstraße aus.“

 

 

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