Rechtsstreit mit Hertha BSC: Wenn Hertha sich mit Politikern schmückt, dürfen sich auch Politiker mit Hertha-Spielern zeigen

18.08.2017

Zu dem weiterhin laufenden Rechtsstreit zwischen der Fraktion der Alternative für Deutschland im Abgeordnetenhaus und Hertha BSC um die Verwendung eines Selfies des Sportpolitischen Fraktionssprechers Frank Scheermesser mit dem Hertha-Spieler Marvin Plattenhardt in Sozialen Netzwerken sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Frank-Christian Hansel:

 

„Die AfD-Fraktion sieht die Angelegenheit weiterhin nicht als erledigt an. Hier geht es um grundsätzliche Rechtsfragen, und daher haben wir beschlossen, diese Rechtsfragen abschließend gerichtlich klären zu lassen.

 

Zur Klage von Herrn Plattenhardt gegen unseren Abgeordneten ist anzumerken, dass Herr Scheermesser in dieser Sache nicht passivlegitimiert ist und somit auch nicht erfolgreich gerichtlich in Anspruch genommen werden kann.

 

Was die gegen die AfD-Fraktion eingereichte Klage anbetrifft, steht fest, dass Plattenhardt und seinem Verein Hertha BSC daran gelegen ist, Politiker des Abgeordnetenhauses in seiner VIP-Lounge begrüßen zu können. Dies ergibt sich aus der seit Jahren geübten Praxis, dass der Verein dem Parlament zu jedem Heimspiel VIP-Freikarten zur Verfügung stellt. Hertha schmückt sich also mit der Anwesenheit von Politikern als Personen der Zeitgeschichte.

 

Gleichzeitig räumt der Verein regelmäßig den Besuchern der VIP-Lounge die Möglichkeit ein, sich mit Spielern fotografieren zu lassen. Hertha stellt sogar ein kostenloses WLAN bereit, damit Photos und Posts umgehend ins Internet und in die Sozialen Netzwerke gestellt werden können. Aus dieser Gemengelage ergibt sich, dass Hertha die Verbreitung solcher Selfies mit Spielern unterstützt und somit für wünschenswert erachtet.

 

Unter Berücksichtigung dieser Punkte kann Herr Plattenhardt sich nicht darauf berufen, die Anfertigung und Verbreitung von Photos mit Spielern des Vereins durch Besucher der VIP-Lounge sei unerwünscht und würden sein Persönlichkeitsrecht verletzen.

 

Auch die Behauptung, das fragliche Foto sei zur politischen Werbung verwendet werden, ist unhaltbar. Sowohl Bild als auch begleitender Text haben lediglich die Anwesenheit unseres Abgeordneten dokumentiert; eine wie auch immer geartete Werbung mit Parteithemen oder politischen Inhalten kann daraus nicht hergeleitet werden.

 

Wir sehen dem im November dieses Jahres anstehenden Termin vor dem Landgericht Berlin daher mit Interesse entgegen. Die AfD-Fraktion ist zuversichtlich, dass das Gericht unsere Rechtsauffassung teilen wird.“

 

 

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