Geisels Zynismus gegenüber Terroropfern ist unerträglich

31.08.2017

Bei seiner heutigen Rede vor dem VBKI sagte Innensenator Geisel unter anderem: „Die Gefahr, von einem Blitz getroffen zu werden, ist deutlich höher, als in Deutschland Opfer eines Anschlags zu werden.“ Der Innenpolitische Sprecher der Fraktion der Alternative für Deutschland im Abgeordnetenhaus, Karsten Woldeit, kritisiert diese Aussage scharf:

 

„Geisels Aussage ist unerträglich und an Zynismus kaum zu überbieten. Opfern und Hinterbliebenen von Terroranschlägen durch die Blume zu sagen, sie sollten sich nicht so haben, denn was ihnen passiert ist, sei Teil des alltäglichen Lebensrisikos, ist vollkommen indiskutabel. Seine implizite Aussage, Terroranschläge seien wie Naturereignisse unabwendbar, lässt jegliches Feingefühl und jeglichen Anstand vermissen.

 

Verwiese ein Politiker auf den statistisch zutreffenden Umstand, dass die Wahrscheinlichkeit, als Ausländer in Deutschland Opfer eines rechtsextremistischen Anschlags zu werden, ebenfalls niedriger ist, als von einem Blitz getroffen zu werden, würde die Empörung zu Recht keine Grenzen kennen. Schon dieser einfache Begriffstausch zeigt, wie daneben die Aussage des Senators ist.

 

Geisel muss seine Aussage umgehend zurückziehen und die Opfer und Angehörigen um Entschuldigung bitten. Gerade in Berlin, wo erst vor acht Monaten beim zweitschwersten Terroranschlag der deutschen Geschichte zwölf Menschen ermordet und fast 70 teilweise schwerst verletzt wurden, darf diese unerträgliche Relativierung des Terrors keinesfalls im Raum stehen bleiben.“

 

 

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