Offener Brief: Bildersturm auf "Hockende Negerin" nicht nachgeben

AfD-Kulturexperte Dr. Dieter Neuendorf hat einen offenen Brief an Spandaus Bezirksbürgermeister Kleebank geschrieben: „Mit Erstaunen erfuhr ich von der Entscheidung Ihres Bezirksstadtrats Gerhard Hanke, die Skulptur „Hockende Negerin“ von Arminius Hasemann nun doch nicht in die Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ aufzunehmen. Seine Begründung, in der Ausstellung gebe es nur Statuen, die aus dem Berliner Stadtbild verschwunden seien, lässt sich nicht nachvollziehen. Denn schließlich wurde diese jetzt entfernt und in irgendein Depot gebracht.

Gewiss sind Ihnen die Details der Auseinandersetzung mit Hasemanns Skulptur bzw. seiner Person bekannt: Bereits im August 2019 forderten Politiker der Grünen ihre Entfernung, da angeblich rassistische Stereotype transportiert würden. Als zukünftigen Standort fasste man seinerzeit bereits die Ausstellung in der Zitadelle Spandau ins Auge. Schließlich schlugen in der Nacht zum 17. Juni unbekannte Täter der Skulptur den Kopf ab und beschmierten sie mit Farbe. Später verschwand der Kopf, bis heute ohne Spur. Aber gerade nach diesem barbarischen Zerstörungsakt erscheint es mir dringend geboten, das Kunstwerk in einem geschützten Raum und mit entsprechenden Kommentaren der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Gestatten Sie mir, weitere wesentlichen Argumente dafür zu äußern: Arminius Hasemann schuf diese Sitzfigur Anfang der 1920er Jahren im expressionistischen Stil, und sie reiht sich ein in die kreative Auseinandersetzung zahlreicher europäischer Künstler mit außereuopäischen Plastiken seit Ende des 19. Jahrhunderts, die vor allem durch Faszination geprägt war. Nachträglich eine rassistische Denkweise zu unterstellen, ergibt wenig Sinn und diskreditiert noch weitaus bedeutendere Künstler als Arminius Hasemann. Nicht zu vergessen ist, dass er eben wegen Schöpfungen wie die „Hockende Negerin“ von den Nationalsozialisten geächtet wurde, die Stil wie auch Sujet als „entartet“ brandmarkten.

Prinzipiell ist jede Art von Bilderstürmerei und kriminellem Vandalismus aufs Schärfste zu verurteilen. Erst recht dient es niemandem, den „Stein des Anstoßes“ kurzerhand verschwinden zu lassen. Im Gegenteil: Ein offener Diskurs erscheint notwendiger denn je. Deshalb bitte ich Sie ausdrücklich, sich für eine angemessene Präsenz von Hasemanns Plastik in der Spandauer Ausstellung einzusetzen.“

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